Open Source Software für den Mittelstand

veröffentlicht in Consulting am 22. Mrz. 2011

Die diesjährigen Chemnitzer Linuxtage waren mal wieder ein sehr schönes Community Event. Es gab viele interessante Vorträge zu verfolgen. Da initOS zu zweit (Tobias und Frederik) vertreten waren, bestand für uns die Möglichkeit gleich doppelt so viele der Vorträge anzusehen. Zusammenfassend ist vor allem festzustellen, dass sich auch in Sachen Anwendung von Open Source Software im Mittelstand (KMU) einiges tut.

Mit den Vorträgen über „Kraft“ und „KMUX„, haben wir zwei sehr interessante Ansätze hierzu gesehen. Das Projekt Kraft versucht eine sehr einfache Lösung für kleine Handwerksunternehnmen zu sein, die im Grunde nur Rechnungen und Angebote schreiben müssen, einen Produkt und Dienstleistungsstamm pflegen und die Dokument per PDF signiert, also rechtssicher verschicken wollen.  Zu seinen Features zählen:

  • Kundenmanagement
  • Einfaches Erstellen von Angeboten, Rechnungen und Auftragsbestätigungen
  • Verlässliche und nachvollziehbare Kalkulation von Leistungen
  • Einfaches Materialmanagement
  • Praktische Verwaltung von Textvorlagen für Dokumentpositionen und Texte
  • Vollständig konfigurierbare Dokumenterstellung im PDF Format.

 

Das Projekt wird von einem Entwickler der Suse Linux AG als Hobby geleitet und setzt folglich auf den Suse Desktop auf. Der Projektleiter verfolgt einen sehr pragmatischen Ansatz, da er nur das in die Lösung integriert, was unbedingt erforderlich und nicht schon durch andere Open Source Software gelößt ist. Das Projekt selbst ist in C++ als Desktopanwendung geschrieben.

Wir werden Kraft demnächst einmal für unsere Kunden testen, um zu prüfen, ob Sie sich auch bei für den einen oder anderen Anwendungsfall bei initOS eignet. KMUX verfolgt ein umfassenderes Ziel. Mit Hilfe einiger Installationsdialoge soll ein kompletter Unternehmensserver (inkl. Telefonanlagenanbindung, Samba, Groupware, Mailserver und ERP-System und CMS) aufzusetzen sein. Das Projekt gibt an folgendes bereits zu implementieren bzw. geplant zu haben:

  • abgesicherter Internetzugang
  • Kommunikationsplattform (Email, gemeinsamer Terminkalender, gemeinsames Adreßbuch, …)
  • automatisierte Verwaltung der Arbeitsplätze (Rich-Clients, Thin-Clients, Full-Clients, Notebooks)
  • Standard Büro-Software (Office-Paket)
  • CRM-System
  • Scan- und Archivierungssystem
  • Datensicherung mit Lese-Zugriff für die Anwender
  • Telefonanlage (mit klassischen Telefonen oder Software-Telefonen auf den Arbeitsplätzen)
  • Stufenweise Integration in eine bestehende Infrastruktur (Netzwerk, Internetanbindung, …)
  • Koexistenz zu bestehenden Windows-Lösungen möglich, Weiternutzung von Windows-Arbeitsplätzen möglich
  • Übernahme von Windows-Anwendungen (auch Altanwendungen auf Windows95, …)
  • Unterstützung mehrerer myKMUX -Mandanten auf einem System (speziell für Gründerzentren und Bürogemeinschaften) (in Planung)
  • Unterstützungssoftware für Schulungsbetrieb (speziell für Ausbildungseinrichtungen) (in Planung)
  • Hochverfügbarkeit (in Planung)
  • komplettes ERP-System (Buchhaltung, Kundenverwaltung, Kontaktpflege, Produkte, …)
  • Service-Konzept

 

Auch KMUX wird aktuell unter SuSE Linux und mit Hilfe von KDE entwickelt, soll aber so der Autor des Vortrages im nächsten Release auf Ubuntu Linux migriert werden. Die Fachhochschule Kaiserslautern treibt dieses Projekt gleich mit einer ganzen Gruppe von Wissenschaftlern voran. Auch die Funktionen dieser Lösung werden wir in einem Labortest einmal evaluieren um ggfs. geeignete Anwendungsfälle dafür zu finden bzw. die Lösung für unsere Zwecke entsprechend zu erweitern.

Auch das von uns nach einem aufwendigen Auswahlprozess selektierte Open Source ERP-System OpenERP (vormals TinyERP) erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wir hatten Kontakt mit einem Unternehmen aus Oldenburg, dass gerade ein Projekt zur Verbindung von OpenERP mit der eCommerce Lösung Magento mitbegleitet.

Insgesamt werten wir die Veranstaltung als durchaus horizonterweiternd und werden mit Sicherheit im kommenen Jahr wieder daran teilnehmen. Ein herzlicher Dank gilt den Organisatoren um Dipl.-Math. Ralph Sontag,

Über Frederik Kramer

Technischer Geschäftsführer der initOS GmbH und Doktorand am Magdeburg Research and Competence Cluster (MRCC) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Ihr Experte im Bereich der Strategischen Nutzung von Open Source Software im Unternehmen.

Ein Kommentar zu 'Open Source Software für den Mittelstand'

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  1. am 9. Apr. 2011

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